Chlamydien

Für eine Chlamydien-Infektion sind die Bakterien Chlamydia trachomatis verantwortlich. Dabei verursacht eine solche Erkrankung meist keinerlei Beschwerden. In vielen Fällen bleibt sie daher unentdeckt – ein fataler Fehler. Denn Chlamydien können zu einer Unfruchtbarkeit führen, wenn sie nicht behandelt werden. Dabei gibt es wirksame Antibiotika zur Behandlung. Nur dann ist die Chlamydien-Erkrankung heilbar. Wichtig ist allerdings, dass rechtzeitig mit der Therapie begonnen wird. Durch einen effektiven Chlamydien-Schnelltest kann man zu Hause erfahren, ob man betroffen ist oder nicht. Die Krankheit tritt häufig bei Männern und Frauen unter 25 Jahren auf.

Übertragungsmöglichkeiten

Diese Krankheit ist eine der häufigsten Infektionen in Deutschland, welche sexuell übertragen werden. Kommt es zu einem direkten Kontakt einer Schleimhaut mit einer anderen, erkrankten, dann können sich die Beteiligten anstecken. Das gilt auch für infektiöse Körperflüssigkeiten, wie beispielsweise Urin, Sperma, Vaginalsekret oder Lusttropfen. Befallen werden die Schleimhäute von Scheide, Harnröhre und Enddarm. Das bedeutet, man kann sich auch beim Gang auf eine öffentliche Toilette oder beim Freibadbesuch anstecken! Hauptsächlich werden die Chlamydien aber durch Oral- sowie ungeschützten Anal- und Vaginalverkehr übertragen sowie durch die gemeinsame Verwendung von Sexspielzeug, ohne Kondome zu nutzen.

Inkubationszeit und Symptome

Hat man sich infiziert, so kann es bis zu drei Wochen dauern, bevor die ersten Symptome auftreten. Einige Betroffene klagen bereits nach einer Woche über geringe Symptome. Allerdings spüren ungefähr drei Viertel und die Hälfte der Männer nichts. Am ehesten merkt man eine Chlamydieninfektion beim Wasserlassen durch Ausfluss und Brennen (ähnlich dem Wasserschneiden). Der Ausfluss, der aus Scheide, Penis oder dem Po austritt sieht wässrig, milchig-schleimig bis eitrig aus. Es kommt zu einem verstärkten Juckreiz sowie beim Wasserlassen zum Brennen. Beim vaginalen oder analen Geschlechtsverkehr treten Schmerzen auf.

Ist durch Analverkehr die Darmschleimhaut infiziert, macht sich das durch Durchfall ähnliche Beschwerden, schleimig-eitrigen Ausfluss aus dem Po, Analekzem und Juckreiz bemerkbar. Bei weiterem Analverkehr treten Schmerzen auf. Ein rektaler Chlamydientest kann Aufklärung bringen, denn die meisten Chlamydieninfektionen im Darm verlaufen unbemerkt.

Beim Oralverkehr kann die Rachenschleimhaut mit Chlamydien infiziert werden. Die Betroffen merken davon nichts.

Was passiert, wenn die Chlamydien-Infektion nicht behandelt wird?

Selbst wenn die Symptome nachlassen oder scheinbar ganz verschwunden sind, bleibt die Infektion im Körper. Dort kann sie schwere Schäden an der Gesundheit hervorrufen. Chlamydieninfektionen, die in der Schleimhaut von Darm, Harnröhre oder Scheide angesiedelt sind, heilen nicht von selbst aus. Bei etwa 40 Prozent der betroffenen Frauen entzünden sich später Eileiter und Gebärmutter. Diese verkleben und vernarben. Dadurch können Chlamydien zu Eileiterschwangerschaften und Unfruchtbarkeit führen. Dies betrifft Schätzungen zufolge etwa 100.000 Frauen im gebärfähigen Alter, die durch eine Chlamydieninfektion, die nicht behandelt wurde, ungewollt kinderlos bleiben. Während der Schwangerschaft kann eine Infektion mit Chlamydien zur Frühgeburt, einer Bindehaut oder Lungenentzündung beim Kind führen.

Beim Mann kann es später zu Entzündungen von Samenleiter, Prostata und Nebenhoden führen, wenn sie sich lange vorher mit Chlamydien infiziert haben und diese Infektion nicht behandelt wurde. Ebenfalls können diese Entzündungen Grund für eine Unfruchtbarkeit des betroffenen Mannes sein.

Ein frühzeitiger Chlamydien-Schnelltest für Zuhause bringt Klarheit. So kann rasch und effektiv mit einem Antibiotikum behandelt und die Infektion vollständig beseitigt werden.

Chlamydien und HIV-Infektion

Männer und Frauen, die bereits mit Chlamydien infiziert sind, können sich auch mit der Immunschwächekrankheit HIV leichter anstecken. Das kommt vor allem daher, dass die Schleimhäute durch die Infektion durchlässiger für HIV werden. Andererseits wandern Immunzellen in das Entzündungsgebiet ein und werden so zum Ziel der HI-Viren.

Behandlungsmöglichkeiten

Antibiotika sind meist hochwirksam bei Chlamydien-Infektionen an Darm, Scheide und Harnröhre. Wegen der hohen Ansteckungsgefahr sollte auf Sex verzichtet werden, bis die Behandlung beendet ist.  Auch wenn es schwerfällt und sich Betroffene vielleicht schämen, sollten sie ihre Sexpartner bzw. -partnerinnen darüber informieren, dass sie sich mit Chlamydien infiziert haben. Denn es ist ganz wichtig, dass sich diese auch behandeln lassen. Ansonsten wird der Kreislauf nicht unterbrochen und die Krankheit kann nicht vollständig ausgerottet werden. Bei Arztbesuchen sollte bei Patienten, welche regelmäßig Analverkehr ausüben, ein rektaler Abstrich erfolgen. Dies ist auch dann nötig, wenn keinerlei Symptome vorliegen, da die Chlamydien-Infektion im Darmbereich häufig symptomlos verläuft, d. h. der Patient merkt davon nichts.

Testmöglichkeiten und Vorbeugungsmaßnahmen

Mithilfe von Urintests, Abstrichen aus Po, Penis, Scheide oder Harnröhre können Chlamydien-Infektionen festgestellt oder ausgeschlossen werden. Dank des Chlamydien-Schnelltests ist das auch völlig unkompliziert zu Hause möglich.

Diverse Maßnahmen können vor Chlamydien-Infektionen schützen. Dazu zählen z. B. die Verwendung von Kondomen beim Eindringen des Penis in den Po oder die Scheide. Wird Sexspielzeug gemeinsam benutzt, dann sollte vor jeder Weitergabe ein neues Kondom verwendet werden. Auch beim Oralverkehr können Kondome das Ansteckungsrisiko weiter minimieren. Wichtig ist eine regelmäßige ärztliche Untersuchung, auch wenn keine Symptome spürbar sind.

 

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