Trichtermethode, Inseminationskappe und Inseminationsspritze

Inzwischen gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Insemination, die man auch ganz einfach und bequem selbst zu Hause anwenden kann. Mithilfe der Becher- oder Trichtermethode, der Inseminationskappe oder der Inseminationsspritze können die Frauen sich das Sperma direkt selbst einflößen. Doch bevor man zur Tat schreitet, ist Entspannung wichtig.

Ruhe erhöht die Erfolgschancen

Bevor man eine Methode der Insemination für Zuhause anwendet, sollte man sich z. B. ein Entspannungsbad gönnen. So kann man auch die Scheu überwinden und das „Projekt Kinderwunsch“ etwas gelassener angehen. Wer gleichzeitig etwas Pflege haben möchte, dem seien die Pflege- und Entspannungsbäder mit Jojoba-Öl empfohlen. Sie verleihen ein angenehmes Gefühl. Auch für den Partner ist es angenehm, wenn er seine Liebste zärtlich streichelt, wenn sie sich schön zart anfühlt und verführerisch duftet. Eine Massage, eine Entspannungs-CD oder die Lieblingsmusik können ebenfalls Wunder wirken. Ein Geheimtipp ist sicherlich die Partnermassage, wobei sich die beiden Beteiligten gegenseitig verwöhnen.

Beeinflusst die Ejakulat-Menge die Fruchtbarkeit des Mannes?

Pro Milliliter Ejakulat sind mehrere Millionen Spermien enthalten. Fruchtbare Männer haben über 20 Millionen Spermien je Milliliter. Im Rahmen der Fruchtbarkeitsuntersuchung wird dazu ein Spermiogramm angefertigt und der genaue Wert ermittelt. Neben der Menge sind die Beweglichkeit und die Form der Spermien ausschlaggebend. Wer weniger Samenergüsse hat, hat eine höhere Ejakulat-Menge. Die Qualität der Spermien erhöht sich aber durch häufiges Ejakulieren, da sich die Menge der Spermienzellen mit geschädigter DNS verringert.

Die gesunde Menge beim Ejakulat liegt bei etwa 2 ml, das ist ungefähr ein Teelöffel. Darin müssen über 40 Millionen Spermien enthalten sein. Als Abstinenz-Zeitraum zur Erhöhung Ejakulat-Menge reichen bereits drei Tage aus. Allerdings nimmt die Qualität der Spermien mit steigender Menge ab. Wer täglich Geschlechtsverkehr hat oder onaniert, der hat zwar weniger Ejakulat-Menge, aber eine höhere Spermienqualität. Von letzterer ist die Fruchtbarkeit abhängig.

Becher- oder Trichtermethode

Bei der Bechermethode ejakuliert der Mann den Samen in einen Becher. Dieser kann dann mithilfe einer Spritze aufgezogen werden und die Frau spritzt sich diesen dann in die Scheide. Effektiver als Ersatz für den Geschlechtsverkehr ist die Bechermethode jedoch nicht. Man wird nicht durch den Geschlechtsverkehr schneller schwanger als mit der Bechermethode und umgekehrt. Die Bechermethode ist lediglich aufwändiger. Übrigens wird kein Mann den Becher komplett voll abgeben. Mit 2 bis 3 ml, bei Enthaltsamkeit vielleicht reichlich der doppelten bis maximal dreifachen Menge, lässt sich weder der gesamte Becher noch eine große Spritze vollständig füllen.

Bei der Trichtermethode führt sich die Frau einen Kunststofftrichter aus dem Haushalt tief in die Scheide ein. Der Mann gibt dann seinen Samen in den Trichter. Wichtig ist hierbei, dass der Trichter einen guten Durchmesser hat und aus Kunststoff besteht, damit die Temperatur für den Samen perfekt ist. Es funktioniert auch, wenn die Frau mit einer Spritze sich den Samen in den Trichter spritzt. Das manche der betroffenen Damen angenehmer, als sich mit der Spritze direkt den Samen in die Scheide zu spritzen. Die Trichtermethode eignet sich jedoch nur, wenn ausreichend Ejakulat mit Spermien vorhanden ist. Wer sehr wenig lebensfähige Spermien hat, für den ist diese Methode nicht so gut geeignet.

Inseminationsspritze

Mit der Inseminationsspritze kann die betroffene Frau zu Hause eine Selbstinsemination durchführen. Die Befruchtung kann gemäß des natürlichen Zyklusses der Frau erfolgen. Eine vorangehende Behandlung mit Hormonen bietet mehr Aussicht auf Erfolg. Mithilfe einer Inseminationsspritze oder alternativ eines Katheters werden die männlichen Samenzellen unmittelbar in den Eileiter, den Gebärmutterhals oder direkt in die Gebärmutter der Frau gespritzt. Die Samen müssen unmittelbar vor dem Eisprung eingebracht werden, sonst sterben sie ab. Die Spermien müssen den Weg zur Eizelle selbstständig zurücklegen.

Die verwendeten Spritzen sind etwa so dick wie der kleine Finger. Etwas Gleitgel erleichtert das Einführen der Inseminationsspritze. Durch die spezielle Form lässt sie sich leicht und schmerzfrei einführen. Verwendet man Spritzen mit Restmengenentleerung, dann wird der komplette Inhalt entleert.

Inseminationskappe

Die Inseminationskappe dient als Hilfsmittel bei der Selbstinsemination. Das männliche Sperma lässt sich so ganz einfach vor den Muttermund platzieren. Die Kappe muss man sich vorstellen wie einen halbierten Tennisball. Bei der Insemination gibt man das Sperma in die Kappe und platziert diese direkt vor den Muttermund. Sie verbleibt dann dort bis zu zwei Stunden. Anschließend wird sie selbstständig entfernt. Wichtig für den Kauf einer Inseminationskappe ist, dass man sie wiederverwenden kann.

Welche Vorteile bietet die Inseminationskappe?

Paare mit Kinderwunsch fragen immer wieder nach der Sicherheit der Befruchtungsmethoden. So pauschal lässt sich das nicht sagen. Allerdings bietet die Inseminationskappe einige Vorteile. Sperma besteht aus Trägerflüssigkeit aus der Prostata und Samenzellen. Es ist nach dem Samenerguss bis zum Eintrocknen der Samenzellen haltbar. Schwimmen die Samenzellen in der Trägerflüssigkeit, dann überleben sie. Im Becher liegen die Überlebenschancen bei ungefähr einer Stunde. Sind die Samenzellen im Körper der Frau angekommen, dann leben sie dort noch maximal eine halbe Stunde. Sie müssen während dieser Zeit den Muttermund erreichen und den Zervixschleim überwinden. Haben sie dieses Ziel erreicht, dann haben sie zwischen drei und sieben Tagen zeit, sich auf den Weg zum Ei zu machen.

Am kritischsten ist der Weg von der Scheide bis zum Gebärmutterhals sowie die Überwindung des Zervixschleims. Durch die Inseminationskappe wird der Weg verkürzt, das heißt, die Spermien sparen ca. eine Viertel- bis eine halbe Stunde, um zum Muttermund zu gelangen. Sie haben also mehr Zeit, um den Zervixschleim zu überwinden und benötigen weniger Kraft, als wenn sie eine längere Strecke zurücklegen müssten.

Wie wird die Inseminationskappe angewandt?

Jede Frau kann ohne fremde Hilfe die Inseminationskappe einsetzen. Man kann sich das in etwa vorstellen, wie beim Einbringen eines Tampons. Jede Kappe wird mit einer detaillierten und anschaulichen Beschreibung geliefert. So wird das Einsetzen erleichtert. Wichtig ist, dass die Frau ihren Körper kennt und sich das Einsetzen zutraut. Denn ein bisschen Übung gehört dazu. Manche Frau kostet es etwas Überwindung, in ihre Scheide zu greifen, die Kappe richtig einzusetzen und dann den korrekten Sitz zu überprüfen. Wer sich das nicht zutraut, der sollte von der Insemination mit der Kappe Abstand nehmen. Allerdings liegen die Erfolgschancen bei fast einem Viertel der Versuche. Die Inseminationskappe ist vor allem dann ideal, wenn die Spermien des Mannes nicht die notwendige Qualität aufweisen.

 

Facebook FaviconGoogle FaviconTwitThis FaviconDigg Favicondel.icio.us FaviconLinkedIn Favicon