Gelbkörper

Der Corpus luteum, besser bekannt als Gelbkörper, entwickelt sich etwa in der Hälfte des Zyklus einer Frau. Das sogenannte luteinisierende Hormon (LH) sorgt dafür, dass die herangereifte Eizelle, das Follikel, also das Eibläschen verlässt. Aus den Resten des Eibläschens entsteht dann der Gelbkörper.

Welche Aufgabe hat der Gelbkörper?

In der zweiten Zyklushälfte produziert der Gelbkörper geringe Mengen Östrogen und vermehrt Progesteron. Progesteron wird auch als Gelbkörperhormon bezeichnet. Das Progesteron ist wichtig für die Gebärmutterschleimhaut. Das Hormon bereitet die Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung einer befruchteten Eizelle vor, falls es zu einer Schwangerschaft kommen sollte. Wenn sich keine befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnistet und dementsprechend keine Schwangerschaft entsteht, wird der Gelbkörper immer kleiner, er schrumpft und schränkt die Progesteronproduktion ein, sodass letztendlich die Menstruation eintritt.

Nistet sich die Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut ein und es kommt zu einer Schwangerschaft, bleibt der Gelbkörper erhalten. Hierfür ist das Choriongonadotropin (HGG) verantwortlich. Es sorgt für eine ausreichende Progesteronproduktion bis etwa zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels. Danach ist die Plazenta, also der Mutterkuchen, bereit dafür, die Hormone selbst zu produzieren.

Die Gelbkörperschwäche

Viele Frauen mit Kinderwunsch werden einfach nicht schwanger. Schuld daran könnte eine Gelbkörperschwäche sein. Diese kann außerdem Früh- und Fehlgeburten begünstigen. Eine verkürzte zweite Zyklushälfte von weniger als 11 Tagen nach dem Eisprung, Schmierblutungen in der zweiten Zyklushälfte und Fehlgeburten können ein Hinweis auf eine Gelbkörperschwäche sein. Diese lässt sich auch über den Blutspiegel ermitteln.

Die Gelbkörperschwäche ist auf eine unzureichende Follikelreifung zurückzuführen. Der Gelbkörper entsteht schließlich nachdem der Eisprung beendet ist, aus dem Eibläschen. Eine mögliche Behandlung gegen die Gelbkörperschwäche ist die gezielte Unterstützung der Follikelreifung. Dies kann zum Beispiel durch die Gabe von Hormonen geschehen.

Das sogenannte LUF-Syndrom kann ebenfalls zu einer Gelbkörperschwäche führen. Der Luteinisierte Unrupturierte Follikel öffnet sich nach der Reifung nicht, um die Eizelle freizugeben. Es kommt also nicht zu einem Eisprung. Das LUF-Syndrom weist nicht die typischen Symptome einer Gelbkörperschwäche auf. Es kann sogar zu einer Zyklusverlängerung und Zystenbildung kommen.

 

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