Wie Samenzellen ans Ziel gelangen

Damit ein Baby im Mutterleib entstehen kann, müssen eine befruchtungsfähige Eizelle und eine Samenzelle aufeinandertreffen. Dabei legen die Spermien einen langen Weg zurück. Aber wie gelangt die Samenzelle an ihr Ziel? Woher kennt sie den richtigen Weg?

Der Duft macht das Ziel

Spermien verfügen über Riechzellen und folgen dem Duft der befruchtungsfähigen Eizelle. Forscher haben herausgefunden, dass dieser Duft, dem Duft von Maiglöckchen ähnelt. Die Samenzellen werden durch einen Duftstoff angelockt. Die Schwimmgeschwindigkeit der Spermien wird durch den Geruch erhöht. Dieses Wissen lässt sich auch für die künstliche Befruchtung anwenden, ebenso aber für die Verhütung.

Die Eizelle und die Samenzelle kommen sich entgegen, damit es zu einer Befruchtung kommen kann. So wandert die befruchtungsfähige Eizelle nach unten in Richtung Gebärmutter und die Samenzellen wandern aufwärts in Richtung Eileiter. Beide treffen sich in der Ampulle, also im ersten Abschnitt des Eileiters. Die Spermien benötigen etwa zwei Stunden, um in diesen Bereich zu gelangen. 300 Millionen Spermien machen sich auf den Weg, um die Eizelle zu befruchten. Es schaffen zwischen 200 bis 300 Samenzellen den Muttermund und dann die Gebärmutter zu erreichen. Dabei überleben jedoch nicht alle Spermien. Viele von ihnen sterben bereits auf ihrem langen Weg in den Eileiter.

Die Samenzellen treffen nicht zufällig auf die Eizelle. Die Eizelle gibt chemische Substanzen ab. Dabei entsteht ein Duft, der dem von Maiglöckchen ähnelt. Spermien lieben diesen Duft und folgen ihm.

Der Duft als Beschleunigungsmittel

Sobald die Samenzellen den Duft der Eizelle riechen, geraten sie in Aufruhr und werden schneller in ihren Bewegungen. Gleichzeitig vermittelt der Duft der Samenzelle den richtigen Weg. Er ist sozusagen das Navigationssystem. Bei der künstlichen Befruchtung ist dieses Wissen von unschätzbarem Wert. So können Düfte wie Bourgeonal und Zyklamal den Duft von Maiglöckchen nachahmen und so dazu beitragen, dass Spermien den Weg zur Eizelle finden.

Der Duft entscheidet über den Befruchtungserfolg

Der Duft einer Eizelle ist also entscheidend für die Befruchtung. Wird der Duft der Eizellen beeinflusst, kann dies darüber entscheiden, ob ein Kind entsteht oder nicht. So können Duftstoffe eingesetzt werden, um eine Befruchtung zu verhindern oder aber um sie gezielt hervorzurufen. Wenn die Spermien keinen Maiglöckchenduft riechen können, schwimmen sie sehr langsam und werden orientierungslos. Sie werden also in ihrer Funktionsfähigkeit eingeschränkt, sodass es nicht zu einer Befruchtung und dementsprechend auch nicht zu einer Schwangerschaft kommen kann.

Maiglöckchenduft hingegen verhilft den Samenzellen zur Orientierung und macht sie leistungsfähiger. Sie schwimmen zum Beispiel beim Einsatz der Substanz Bourgeonal doppelt so schnell. Wird ein anderer Duftstoff als blockierende Substanz verwendet, kann dieser als Verhütungsmittel dienen. Aufgrund eines ungünstigen Milieus in der Scheide oder der Gebärmutter kann es sein, dass der Eizellenduft die Spermien nicht anlockt, sodass es nicht zu einer Schwangerschaft kommt. Lockstoffe können kinderlosen Paaren möglicherweise dabei helfen, ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

Frauen, die die Familienplanung bereits abgeschlossen haben, können mit Hilfe eines blockierenden Duftes eine Schwangerschaft verhindern und das ohne die Einnahme von Hormonen. Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch müssen hingegen keine Hormone, die oftmals Nebenwirkungen haben, einnehmen, um sich ihren langersehnten Kinderwunsch doch noch zu erfüllen.

 

Facebook FaviconGoogle FaviconTwitThis FaviconDigg Favicondel.icio.us FaviconLinkedIn Favicon