Künstliche Befruchtung Ablauf

Viele Paare, die nach vielen Versuchen, ungewollt kinderlos bleiben, entscheiden sich für eine künstliche Befruchtung. Zunächst steht bei vielen die Frage im Raum, wie eine Insemination überhaupt abläuft. Die meisten Paare wissen nicht, was auf sie zukommt, wenn sie sich für eine künstliche Befruchtung entscheiden. Hierfür sind viele verschiedene Schritte erforderlich, um den gewünschten Erfolg zu erzielen.

Downregulation und ovarielle Stimulation

Als erstes werden die Partner auf Fehler im Erbgut überprüft. Wenn Erbkrankheiten vorliegen oder der Verdacht darauf besteht, wird für gewöhnlich eine Chromosomenuntersuchung durchgeführt, um feststellen zu können, ob schwere Krankheiten, die vererbbar sind, vorliegen. Hierzu zählt zum Beispiel Mukoviszidose.

Erst danach wird die sogenannte Downregulation eingeleitet. Die Frau muss Medikamente einnehmen wie GnRH-Analoga/-Agonisten, GnRH-Antagonisten oder die Anti-Baby-Pille. So paradox es auch klingt, wenn man sich als Paar ein Baby wünscht – dieser Schritt ist dennoch erforderlich. Durch die Einnahme des Medikaments wird die Funktion der Eierstöcke herabgesenkt. Das führt dazu, dass die Eierstöcke dazu gezwungen werden, mehr als nur eine Eizelle reifen zu lassen.

Im Anschluss kann eine ovarielle Stimulation erfolgen. Die Frau muss sich vereinfacht ausgedrückt einer Hormonbehandlung unterziehen, die dazu führt, dass mehrere Eizellen heranreifen. 15 Tage lang spritzt sich die Frau also FSH, ein Hormon, das zur Stimulierung der Follikel dient, unter die Bauchdecke.

Spermien, Follikelwachstum und Eisprung

Der Mann muss seinen Samen für eine Untersuchung zur Verfügung stellen. Die Spermien werden auf ihre Qualität überprüft. Es werden die Anzahl, die Form und die Beweglichkeit überprüft. Zudem werden die Spermien auf mögliche Infektionen untersucht. Bei der Frau werden ab dem 3. Zyklustag die Eibläschen mit Hilfe eines Ultraschall überwacht. Der Eisprung wird durch HCG ausgelöst, ein Hormon.

Eizellenpunktion und Spermiengewinnung

Bei der Eizellenpunktion wird der Frau unter Vollnarkose ein stabförmige Schallkopf mit einer Punktionsnadel in die Vagina eingeführt, um die einzelnen Follikel punktieren zu können. Während bei der Frau die Eizellenpunktion durchgeführt wird, muss beim Mann die Spermiengewinnung eingeleitet werden. Dies kann durch Masturbation oder einen mikrochirurgischen Eingriff geschehen, der auch als TESE bekannt ist.

Die Befruchtung

Die Eizellen, die gewonnen wurden, werden nun befruchtet. Die Erfolgsrate liegt dabei zwischen 50 und 70 Prozent. Hierfür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Eine der bekanntesten Variante, die häufig zur künstlichen Befruchtung durchgeführt wird, ist die In-vitro-Fertilisation oder kurz IVF. Die zuvor aufbereiteten Spermien werden dabei in einem Reagenzglas zusammengebracht und die Befruchtung findet sofort statt.

Wenn die Spermien in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, ist der künstliche Befruchtung Ablauf etwas anders. Hierbei wird ein einzelnes Spermium unter einem Mikroskop mit Hilfe eines Mikromanipulators in eine vorbereitete Eizelle injiziert.

Bei der sogenannten IMSI wird unter einem hochauflösenden Mikroskop ein Spermium anhand bestimmter Kriterien für die Befruchtung ausgewählt.

Bei der sogenannten TESE-ICSI, werden die Spermien nicht aus dem Ejakulat gewonnen, sondern bei einer Hodenbiopsie, dem Hoden entnommen. Diese Variante der künstlichen Befruchtung wird angewendet, wenn die ableitenden Samenwege verschlossen sind.

Nun werden die Eizellen der Frau entnommen, befruchtet und in den Eileiter eingebracht. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Eizellen der Frau zu entnehmen und gemeinsam mit den Spermien in den Eileiter einzubringen. Dort findet die Befruchtung praktisch auf natürlichem Wege im Körper der Frau statt.

14 Tage nach der Follikelpunktion kann dann ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden. Die Erfolgsrate einer Geburt, nach künstlicher Befruchtung, liegt zwischen 20 und 40 Prozent. Der Erfolg der künstlichen Befruchtung ist unter anderem auch vom Alter der Frau und vom Zeitpunkt der Eizellentnahme abhängig.

 

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