Kryokonservierung

Bei der sogenannten Kryokonservierung werden Körperzellen in flüssigem Stickstoff tiefgefroren. So können die zuvor eingefrorenen Körperzellen zu einem späteren Zeitpunkt, sogar viele Jahre später, wieder verwendet werden. Mit Hilfe der Kryokonservierung können zum Beispiel Spermien, Eizellen und Körpergewebe konserviert werden.

Wie funktioniert die Kryokonservierung?

Körperzellen werden in flüssigem Stickstoff auf bis zu minus 196° C heruntergekühlt. Bei dieser Kälte sterben sie nicht ab. Sie stellen alle Stoffwechselvorgänge ein. Sobald die Körperzellen langsam wieder erwärmt werden, stellen sie alle Vitalfunktionen wieder her. So können zum Beispiel Samenzellen und Eizellen viele Jahre lang eingelagert werden. Allerdings leiden Eizellen unter der Kryokonservierung. So ist die Schwangerschaftsrate bei einer Insemination, also einer künstlichen Befruchtung, von kryokonservierten Eizelle niedriger als bei frischen Eizellen. Spermien hingegen sind auch nach jahrelanger Lagerung fast genauso gut befruchtungsfähig wie frische Samenzellen.

Insemination mit kryokonservierten Samen- und Eizellen

Kryokonservierte Eizellen bleiben für gewöhnlich befruchtungsfähig, sind jedoch nicht so stark befruchtungsfähig wie frische Eizellen, weshalb es nach der Insemination nicht immer zu einer Schwangerschaft kommen muss. Eingelagerte Samenzellen hingegen bleiben über viele Jahre hinweg befruchtungsfähig. Sowohl bei kryokonservierten Eizellen als auch bei konservierten Spermien muss im Falle einer Schwangerschaft nicht mit einem erhöhten Missbildungsrisiko gerechnet werden.

Fruchtbarkeitsbehandlung mit Hilfe von Kryokonservierung

Die Kryokonservierung kommt für verschiedene Einsatzgebiete in Frage. Sie ist unter anderem für die Fruchtbarkeitsbehandlung bei einer In-vitro-Fertilisation oder Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion geeignet. Überzählige Eizellen können kryokonserviert werden. Für eine Fruchtbarkeitsbehandlung müssen mindestens drei überzählige Eizellen, die sich noch im Vorkernstadium befinden, kryokonserviert werden, um sie später wieder verwenden zu können. Eine hormonelle Stimulation ist für die Insemination in diesem Fall nicht erforderlich. Zudem muss die Frau dank der Kryokonservierung keine erneute Punktion der Eierstöcke über sich ergehen lassen. Bisher übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Kryokonservierung nicht, sodass sie privat bezahlt werden muss.

 

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